Donnerstag, 15. Juni 2017

Das Resümee

Meine Fahrrad km inkl. Verfahren, Fahrt zum Bahnhof etc.

April 2013
Donaueschingen - Passau 622 km

Mai 2016
Passau - Budapest 712 km

Juni 2017
Budapest - Vidin 977 km

Mai/Juni 2018
Vidin - Delta Schwarzes Meer ca. 900 km

Die ungarische Donau bot das bekannte Gesicht; man sieht sie leider zu selten. Wie von der Grenze zur Slowakei bis Komarom im letzten Jahr, so hat auch in diesem Jahr die Tourenführung wenig auf die Reize der Donau blicken lassen. Budapest ist da natürlich fantastisch.
Ich war zwar häufig nah dran, doch waren fast immer die Auenwälder als Trenngürtel und Sichtbarriere dazwischen.

Auch in Kroatien bekommt man die Donau nicht sehr häufig zu sehen. Vor Novi Sad und durch Novi Sad hindurch dagegen bekommt man dafür umso mehr tolle Eindrücke mit Donau satt😁.

Serbien gestaltet sich anfangs ähnlich aber vor Belgrad und erst recht danach (besonders bei gutem Wetter) hat man die Donau fast unablässig zu nahezu 100% im Blick.

Mein persönlicher Höhepunkt der diesjährigen Reise ganz klar angefangen am letzten Freitag mit dem Abschnitt von Srebrno Jezero nach Donji Milanovac, was nur noch gesteigert werden konnte durch den darauf folgenden Samstag mit dem Donaudurchbruch, der engsten Stelle und Decebalus Rex auf dem Weg von Donji Milanovac nach Negotin.

Der Donaudurchbruch trotz der massiven Steigungen einer der Top 3 für mich von der ganzen bisher gefahrenen Donaustrecke,

Man stellt auch fest, je weiter man Richtung Osten kommt, wie sich auch das einfache Leben und die Umstände/Bedingungen verändern.
Serbien ausgenommen als Beitrittskandidat, sind alle anderen Länder EU Länder.
Ein persönlicher Reiz liegt für mich auch darin, neue Erfahrungen zu machen, und das alltägliche Leben in anderen Ländern kennenzulernen.

Es war auch wieder eine Reise sich selbst neu kennenzulernen, neue Grenzerfahrungen zu machen. Insbesondere physische Grenzerfahrungen 😂. Aber ich habe jeden Radkilometer, jedes Schlagloch, jeden unbefestigten Weg, jeden Höhenmeter trotz des ein oder anderen Fluchens genossen 😊.

Und besonders positiv zu erwähnen.
Die Knie haben mitgemacht. Kaum Schmerzen. Die psychologische Unterstützung (ich hatte Kinesio Tape dabei und hatte durch Frau Gorny vom Schledehauser Therapiezentrum gezeigt bekommen, wie man es fachgerecht anlegt) hat da sicherlich einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Es ist auch die Zeit viele neue Menschen, Gesichter, Situationen zu erleben, kennenzulernen, wenn auch häufig nur flüchtig, aber dennoch intensiv in dem jeweiligen Moment.

Insbesonders die diese Mal recht kleine, aber vielleicht gerade deswegen sehr eingeschworene Gemeinschaft der Donauradler (die Mehrheit davon Einzelfahrer und männlich 😉), war dauerhaft miteinander verbunden, auch ohne sich zu unterhalten, oder gemeinsam zu fahren.

Und dann natürlich der Kern: das Rad und man selbst. Das abgedroschene, aber dennoch so zutreffende "der Weg ist das Ziel", das bedeutet einen kurzen Moment (in diesem Fall 9 Fahrradtage) fast absolute Freiheit 😁😁.

Ein großer Luxus und ein großes Geschenk.

Dafür, und nicht nur dafür, bin ich meinen Liebsten außerordentlich dankbar. Auch dafür, dass sie mich wieder haben ziehen lassen. 😘❤️

Bedanken möchte ich mich auch bei ein paar der flüchtigen Momente, Bekanntschaften.
So bei Sania aus Belgrad, dem Schaffner auf dem Weg von Craiova nach Bukarest, Frau Popovics aus Donji Milanovac, dem super freundlichen und immer hilfsbereiten Hotelpersonal vom Crystal Palace Bukarest und bei Catalina sowie dem Team von Spokes.

Natürlich möchte ich mich auch bei den interessierten Lesern bedanken.
Aktuell insgesamt um die 900 Seitenaufrufe sind eine beachtliche Zahl, bedenkt man den begrenzten Kreis der Eingeweihten 😉. Schaffen wir die 1000 noch bis zum Ende der Woche?

Hiermit möchte ich jetzt schließen und Alexander von Humboldt zitieren:

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."

Nächstes Jahr gibt es eine Fortsetzung. Und wahrscheinlich auch eine Fortsetzung des Blogs.

Über Feedback, Kommentare zu meinem experimental blog, ob persönlich, per Email oder WhatsApp würde ich mich sehr freuen.

Bis dahin.

Stefan










Gestern die Rückreise per Flugzeug von Bukarest nach Dortmund.

Um 9.00 Uhr mit dem Taxi zu Spokes, dem Bikeshop.  9.20 Uhr pünktlich da. Großraumtaxi ist schon vor Ort, und Catalina kommt auch pünktlich. Dann das Fahrrad. Super verpackt. Wie nicht anders zu erwarten, ein riesengroßer Karton.
Mein Aufgabegepäck passt noch rein und mit 3 Leuten hieven wir das verpackte Rad in das Taxi.
Constantin, der Fahrer ist sehr interessiert. Dauernd klingelt sein Handy. Sehr beschäftigt, der Gute. Er ist Unternehmer. Macht auch in Immobilien. Nächstes mal soll ich von ihm ein Appartment in der Innenstadt mieten. Guter Preis. Wieder das Telefon. Er ist aufgebracht. Irgend etwas mit Girls und Dubai. Ich denke mir meinen Teil🤔.
Am Flughafen angekommen packen wir den Karton hochkant auf einen Gepäckwagen und los geht es.

Ich taste mich (ohne Wagen) vor. Wo kann ich oversize Gepäck aufgeben, frage ich am ersten Wizz Air Schalter.  Da drüben wird mir zugewiesen. Dann fahre ich vor. Wenn ich selbst nicht damit beschäftigt gewesen wäre, den Gepäckwagen zu kontrollieren, hätte ich ein  Foto machen müssen. Der Gesichtsausdruck des Wizz Air Mitarbeiters war es wert. 😁

Was ist das denn? Fahrrad. Kann nicht sein, sagt er. Doch, beteuere ich, und schiebe noch ein, wie von Wizz Air gefordert, hinterher.
So etwas hätte er ja noch nie gesehen, welches Flugzeug soll das denn mitnehmen.



Nachdem mein Betreten des Flughafens, oder besser gesagt, das Erscheinen vom verpackten Globetrotter schon für Aufsehen gesorgt hatte, werden wir, Globi und ich, langsam zu Celebrities. Immer mehr Leute versammeln sich. Muss spannend sein.

Inzwischen sind 2 weitere Wizz Air Mitarbeiter dazu gekommen. Wir suchen nach Lösungen. Ein Mitarbeiter kramt auf der Wizz Air Website die max. Abmessungen raus. Ja, ich gebe mich geschlagen, und nu?
Ich ergreife die Flucht nach vorne. Fange an, den Karton zu öffnen. Hole erst das Aufgabegepäck raus und dann Globi. Das hilft. Der Schrecken aus den Gesichtern der Wizz Air Mitarbeiter schwindet. 🤗
Ich schlage vor, das Fahrrad Einstretchen zu lassen. Globetrotter ist nicht begeistert, aber hilft ja nichts. Vorschlag angenommen. Ich gehe zur nächsten Station zum Einstretchen. Der gute Herr an Station 1 ruft sogleich seinen Kollegen von Station 2 zu Hilfe. Einstretchen? Ja. Auch das Fahrrad? Insbesondere das Fahrrad. Fahrrad kostet 90 Lei, versucht er mich noch vom Gegenteil zu überzeugen. Ich bleibe dabei. Einige interessierte Zuschauer sind uns gefolgt. Darunter auch ein älteres Ehepaar aus Süddeutschland. Am 23.5. in Belgrad gestartet, sind Sie am Dienstag von Tulcea aus mit dem Zug nach Bukarest gefahren. Freitag fliegen sie zurück, und wollten mal sehen, wie so etwas abläuft. Ja, da sind wir genau das richtige Anschauungsmaterial.
Sie helfen beim Tragen und lassen uns nicht aus den Augen😉.


Eingestretcht stehen wir wieder am Schalter. Der Wizz Air Mitarbeiter ist glücklich, ich bin es auch.


Nun muss der Karton noch entsorgt werden. Security wird informiert. Die informiert Facility Management. Ein Security Mitarbeiter bleibt beim Karton. Auch ich darf nicht weggehen. Eine Dame von der Reinigungsabteilung kommt und zieht fluchend den Karton hinter sich her. Der🖒 des Security Mitarbeiters bedeutet, ich darf zur Sicherheitskontrolle. Die Süddeutschen verabschieden sich. Der Rest läuft unspektakulär ab.

Stau auf der A1. Verspätet kommen wir Zuhause an.

Heute Abend dann das Resümee.

Versprochen. 😉

Mittwoch, 14. Juni 2017

Hallo.

Soviel vorab. Ich bin wieder dahoam.

Mehr wird aber noch nicht verraten, denn, wie kann es anders sein, glatt lief es natürlich nicht 😤.

Heute ist erst einmal frühe Nachtruhe angesagt und morgen dann der letzte Tsgesbericht und das Abschlußresümee.

Bis morgen.

Gute N8

Stefan

Dienstag, 13. Juni 2017

Gestern ein entspannter Vormittag. Der Zug nach Craiova fuhr erst um 12.35 Uhr. Entsprechend ruhig habe ich es angehen lassen. Nach dem Frühstück bin ich noch einmal zur Donau gegangen. Ich gebe es zu, ich habe mich etwas verliebt😶.

Danach noch unbedingt Geld umtauschen. Ich hatte noch reichlich Serbische Dinar.
Warum? Wird später noch eine Rolle spielen. Darum kurz off-topic.
Am letzten Freitag stellte ich fest, dass mit meiner VISA, mit der ich weltweit kostenlos Bargeld abheben kann, Ende Mai 2 mal kleinere Einkäufe in Brasilien getätigt wurden. Da ich zu dem Zeitpunkt nicht in Brasilien war, schlichtweg Kartenmissbrauch. Bevor die großen Beträge abgebucht werden, schnell Handeln. Also erst einmal im großen Stile Bargeld abheben (in dem Fall Dinar), kann ich dann in Bulgarien und Rumänien umtauschen. Dann die Karte sperren, Missbrauch melden. Gesagt, getan.
Ein Drittel der Dinar hatte ich in Bulgarien in RON (Lei, rumänische Währung umgetauscht). Den Rest wollte ich dann später in Rumänien tauschen.
In Bulgarien musste ich Sonntag schon Lev, die Landeswährung, am Automaten mit der gebührenpflichtigen Mastercard ziehen, da die Wechselstube geschlossen hatte.

Nun Geld umgetauscht. Zurück zum Hotel, Sachen gepackt, ausgecheckt, und Abschiedsfoto.


Auf zum Bahnhof.


Dann die große Frage? Wie läuft es mit dem Zug. Gepäck ab. Türen kaputt? Aufzüge in Craiova? Nein, in der Hinsicht alles relaxt. Der Regionalexpress erinnerte mich stark an die Westfalenbahn.


Pünktlich los, sollten wir nach knapp 4h Fahrzeit in Craiova ankommen. Was mir 30 min. lässt, um Bahnsteig zu finden, und Fahrradticket zu kaufen, welches ich für den Interregio von Craiova nach Bukarest brauche.

Bei der Landschaft, die an mir vorbeizieht, wird mir schnell klar, ich muss im nächsten Jahr bis Ion Corvin auf bulgarischer Seite fahren. Allen Höhenmetern und Steigungen zum Trotz. Diese eintönige Landschaft mit einem Weizenfeld nach dem nächsten, dass will ich nicht tagelang sehen. Zu öde. Auch wenn es schön flach ist.



Und auch ansonsten noch trostloser als in Serbien. Bulgarien nach nur einem Tag kann ich mir kein Urteil erlauben.



Beides Bahnhöfe/Haltestellen.

Nun, wir kamen mit 28 min. Verspätung an. Ich hatte schon alle Optionen durchgespielt. Aber Aufgeben gilt nicht. Also raus aus dem Zug. Über mir sehe ich die Ankündigung des Zuges nach Bukarest. Ich zum Schaffner, ob das mein Zug ist. Nein. Andere Seite. Ich bin misstrauisch. Renne aber erst einmal los. Andere Seite ist nichts. Ich wieder zurück. Unser Zug bestand ab Rumänien aus 2 Teilen. Evtl. Zugteilung? Ich renne zum anderen Zugende. Bukarest. Nein, Pitesti meint ein Mitreisender. Dann ein Bahnmitarbeiter, der an der Elektronik schraubt, Da, da. Bukarest. Eine Frau beschwert sich, dass ich alles im normalen Personenabteil blockiere. Also noch einmal raus, einen Wagon weiter. Und da bin ich, aber immer noch etwas unsicher, im richtigen Zug zu sein.


Wir fahren mit 35 min. Verspätung los. Der Schaffner kontrolliert. Fahrradkarte? Ich will bezahlen, er deutet an, ich soll noch warten. Er kontrolliert weiter.
Später kommt er noch einmal durch und zwinkert mir verschwörerisch zu. Also keine Fahrradkarte. 😉
Es kommen noch 15 min. Verspätung mehr dazu. Kurz vor 22.00 Uhr erreichen wir Bukarest.



Dann mit Rad und Gepäck unter Zuhilfenahme Google Maps auf zum Hotel. Schnellste Route (Auto), ist klar. Als ich die Auffahrt zur Autobahn nehme, weiß ich nicht, ob das eine gute Idee ist. Aber wenn Google Maps das meint. War aber nur die Auffahrt zum Zubringer😁 und ich bleibe auf der Schnellstraße. Letztendlich nach viel hin und her, aber äußerst angenehmen Autofahrern, komme ich um 22.30 Uhr im Hotel an😧.

Heute morgen nach dem Frühstück dann los zu Spokes.m, dem Fahrradladen. Ganz anderes Gefühl, mal ohne Gepäck zu fahren. Am Tage geht es deutlich besser; auch für Google Maps scheint es einfacher zu gehen. Rad abgegeben. Mittwoch 9.20 Uhr soll ich da sein. Bezahlen und der Globetrotter, das Gepäck und ich werden zum Flughafen chauffiert.

Danach gehe ich durch Bukarest. Ich bin positiv überrascht. Ich hätte eine Stalinistische Grau in Grau Stadt erwartet. Weit gefehlt. Sehr viel Grün, Alleen, kleine und große Parks, viele Cafes. Echt schön. Gut, den Vergleich mit Budapest hält es nun nicht Stand, aber Bukarest schlägt Belgrad aus meiner Sicht deutlich. Auch preislich 😂, da ist es schon locker auf Budapester Niveau.
Ja, da sieht man aber auch, wo das Geld bleibt. Auf dem Lande fast schon indische Verhältnisse, aber im Zentrum wird sehr wohl viel getan. 🤔




P.S  in einer Hinsicht ist Bukarest aber ganz, ganz weit vorne. Also, die können Münster im direkten Vergleich Fahrradfreundlichkeit locker Konkurrenz machen. Besonders, wenn man bedenkt, das Bukarest mit über 1,8 Mio. Einwohnern die 6. größte Stadt der EU ist.
Und als Fußgänger kommt man auch nicht zu kurz.

Nun zurück zum Geld. Die 2/3 Dinar wollten noch getauscht werden. Was soll ich sagen. Keine Chance, keine Wechselstube, keine Bank wollte mir den Dinar wechseln🤤. Ein Mann in einer Wechselstube erbarmte sich und bot mir 60% des aktuellen Wertes an. Ich lehnte dankend ab.
Was lerne ich daraus. Augen auf bei der Währungswahl, die man weiter verflüssigen will.
Also, hoffen, das der Kurs halbwegs stabil bleibt und ich nächstes Jahr in Vidin alles tauschen kann.
Es sei denn, von Euch hat jemand Bedarf. Sie/er kann sich gerne melden.

Morgen Abend oder spätestens am Donnerstag 😉:

Das großes Finale

Wie läuft der Flug ab? Kommt Globi mit? Was passiert sonst noch Unerwartetes?

Schließlich das Resümee!!!

Nicht verpassen. Bitte wieder reinschauen.

Bis dann. Stefan 😀



Montag, 12. Juni 2017

Nun also der letzte Fahrradtag am 11.06.2017

Die Zeit zum Resümee ziehen kommt noch. Erst einmal den Tag reflektieren.

Recht zeitig bin ich in Negotin aufgebrochen, und der Radreiseführer versprach ein Kreislauf förderndes Auftaktprogramm.
Kurz nach Ortsausgang ging es wieder kräftig hoch. Inzwischen hat man sich daran, nein, nicht gewöhnt, damit abgefunden😎.





Das sich dieses steile bergauf und bergab durchaus in hoher Intensität wiederholte, muss ich wohl nicht mehr hinzufügen 😉.

Als ich durch eines der Dörfer fuhr, fand ich unverhofft einen treuen Begleiter. Erst nach ca. 2 km und einer steilen Abfahrt, ließ er ab.


Alsbald war die Grenzstation erreicht. Erst die serbische Seite, dann über eine Brücke und die bulgarische Seite.



Nun hieß es, sich zu orientieren.
Ein paar freundliche Bulgaren wiesen mir schnell den Weg nach Vidin.
Ja, aber ich fahre die Route gemäß Reiseführer. In Donaunähe. Verständnislos sahen mir die Bulgaren nach. Wieso fährt einer freiwillig einen Umweg?

Auf das ständige auf und ab .... Genau, warum soll das hinter der Grenze aufhören.

So zog ich weiter und hatte Durst auf etwas Kaltes. Es war Sonntag, und hier war alles dicht. Außer Tankstellen. Bei einer Tankstelle kaufte ich dann eine Cola. Mit Kreditkarte, super, denn ich hatte noch nicht gewechselt. Nein sagte die junge Dame trotz deutlichem Mastercard Zeichen am Fenster. Nur Lev oder Euro. Wieviel fragte ich. 50 Cent. Sie nahm zum Glück Hartgeld, sonst hätte ich bestimmt einen schlechten Wechselkurs gehabt😊.

Ein paar Eindrücke.




Nur noch 10 km bis Vidin. Also, da habe ich irgendwo den Anschluß an die Hauptroute verpasst und bin auf der Ausweichroute gelandet. Ok, die 10 km mehr oder weniger machen jetzt auch keinen Unterschied mehr.

In Vidin hatte ich kurzfristig auch ein Zimmer gebucht und lass das im gegenüberliegenden Calafat auf rumänischer Seite verfallen. In Calafat gibt es keine Restaurants und das Hotel ist laut Rezensionen auf dem Level des Etablissement von Stara Palanka, aus welchem ich ja geflüchtet bin.

Meine Unterkunft in Vidin.


Da ich zeitig angekommen bin, habe ich mir für Montag ein Zugticket Vidin nach Bukarest mit Umsteigen in Craiova organisiert. Ein Fahrradticket konnte mir Dame für Craiova - Bukarest  nicht ausstellen. Es bleibt also spannend.

Vidin Blick auf Calfat und Donau Richtung Osten.



Wie fährt es sich mit der rumänischen Bahn? Wie schlägt sich Stefan um 22.00 Uhr mit dem Rad auf den Schnellstraßen von Bukarest? Wird der Globetrotter flugfähig gemacht?
All das und evtl. noch mehr morgen Abend.

Schaut gerne wieder rein.

Bis dahin, Stefan

Sonntag, 11. Juni 2017

Wieder WLAN.

8. Radreisetag, Donji Milanovac nach Negotin.
Gut ausgestattet von der Herbergsmutter mit selbst gemachten Erdbeersaft und selbst gebackenem Maisbrot mache ich mich auf die Reise. Der Radreiseführer verspricht unvergessliche Eindrücke an der engsten Stelle, dem Donaudurchbruch.
Gemütlich radel ich dahin und behalte auch (fast) immer die Orientierung. Auf der Schnellstrasse mit an einem Samstagmorgen so gut wie gar keinem Verkehr, geht es entspannt dahin. Heute sind ca. 120 km zu absolvieren, der Wetter Forecast sagt heiße Temperaturen voraus, und der Radreiseführer weist auf einige krasse Steigungen hin 😰.
Dennoch erst einmal alles ruhig. Dann deutet sich langsam der erste Aufstieg an. Ein sicheres Zeichen, wir nähern uns der engsten Stelle. Schon auf dem Weg, eine atemberaubende Landschaft.



Und es wird besser, ja es reisst nicht ab. Auch die Höhenmeter nicht.




Nachdem Decebalus Rex (eine in den Fels gehauene Statue des Drakerkönugs Decabulus) passiert wurde, geht es noch weiter hoch, und dann eine ganz wilde Abfahrt. Länger, schneller als die gestrige. Aber, ich gebe es zu, ich war auf der Bremse; hier hatte ich nicht nur Respekt, hier hatte ich ein wenig Angst. Der Straßenbelag auch mal wieder äußerst schlecht.


Die Anstiege, die Fotopausen, all das hatte Zeit gekostet. Ich musste wieder in meinen Rhytmus kommen. Ein paar km später schließe ich auf Frankfurt, jetzt Lingen, auf. Wir fahren ein paar Minuten gemeinsam, aber ich muss weiter. Es ist 12.15 Uhr und ich muss noch 80 km zurücklegen.

"Hügelig" geht es weiter😓. In Kladovo mach ich kurz Rast. Die Hälfte ist geschafft.
Steigung Abfahrt reihen sich aneinander. Ich bin froh, als ich kurz hinter Brza Palanka auf eine andere Variante des Donauradweges ausweichen kann. Zwar unbefestigt, aber vermeintlich keine große Steigung.


Nun, unbefestigt war untertrieben. Das forderte alles von Mensch und Rad. Plötzlich das unerwartete Velo 6 Schild links hoch zu müssen. Komisch, aber wenn es da steht.
Das ging gar nicht. Nach ein paar 100 m runter vom Rad und schieben. Mehr als 8 % Steigung, grobes Geröll. Oh ha. Irgendwann wieder auf der Hauptstraße. Na super. Dann machte Globetrotter sich bemerkbar. Er lässt alles ohne Jammern über sich ergehen. Wenn er Geräusche von sich gibt, hat er etwas. Aufhängung Schutzblech vorne gebrochen. Zum Glück das richtige Klebeband dabei. Getaped und Globi war zufrieden.

Erneuter Hinweis auf die unbefestigten Variante. Ich will es wissen. Also wieder runter von der Hauptstrasse.
In Mihajlovac schrecke ich die schlafende ortsansässige Hundegang auf, die kleffend hinter mir herrennt. Diese abgeschüttelt, ein Kiosk. Mein Getränkevorrat ist aufgebraucht. Die Truppe der Mittagsschicht an Dorfalkoholikern wirkt zwar nicht einladend. Aber egal. Natürlich werde ich angesprochen, auf Englisch, dann auf Deutsch. Drako, Mitte 30, hat in Stuttgart gelebt. Ich kaufe ein, verstaue die Wasserflaschen und bin wieder weg.




Mit ungefähr 3 km extra aufgrund Verfahren komme ich in Negotin an.



Ein sehr anstrengender, aber auch sehr beeindruckender Tag.

Die Unterkunft war super. Außer das nicht funktionierende WLAN.

Gesamt km 123

Zum heutigen, letzten Reisetag schreibe ich morgen.

Bis die Tage.

Samstag, 10. Juni 2017

Hallo, mangels Wlan fällt der Post heute aus. Morgen dann unter Umständen 2 Posts.
Guten Morgen.

Atemberaubender Blick.


Auf der anderen Uferseite ist Rumänien.
Die Donau ist hier 3,3 km breit.
Ich werde heute noch beim Eisernen Tor die engste Stelle sehen, 150 m!

Nehme gerade mein serbisches Frühstück zu mir.


Bis dahin.

Schöne Grüße aus Donji Milanovac

Stefan


Freitag, 9. Juni 2017

Eines vorab, heute war ein geiler Tag. 60 km plus an der Donau entlang in überragender Landschaft. Aber dazu später mehr.

Die DB Kundenbetreuung hat sich per E-Mail tatsächlich gemeldet, und das relativ zeitnah. Dafür erst einmal ein Lob.
Die Antwort hätte aber kürzer ausfallen können. Einfach schreiben, Lese die AGB. Denn etwas anderes wurde mir nicht mitgeteilt, gar nicht auf den Inhalt meiner E-Mail eingegangen.
Nun ja, zumindest hat man jetzt irgendwie Klarheit.
Ich also gleich morgens versucht, den Wizzair Flug zu buchen. Bis zur Zahlungsart war alles ok. Kreditkarte, klar. Dann Mastercard Securecode. Wie gut, das ich selbst das TAN Verfahren als Option gewählt hatte. Dafür natürlich eine andere Telefon Nr. ausgewählt habe, die nun zuhause ist. Ok, das wird dann jetzt nichts, da benötige ich den Support von Sabine. Also heute Abend noch einmal versuchen.

Die Kollegen in meiner Unterkunft (ich war der einzige Übernachtungsgast) baten mich gestern Abend noch, erst um 8.00 Uhr zum Frühstück zu kommen. Später Start, aber ich hatte ja gestern schon vorgefahren 😊.

Kurz vor Abfahrt, noch einmal Luft auf die Reifen gegeben, und los ging es. Ohne den Einsatz meiner Polar Uhr. Die ist leer. Das Ladekabel hin. Also nun endgültig ohne Daten und Streckenaufzeichnung. 😣

Die rote Markierung ist der Startpunkt, der blaue Punkt, mein aktueller Aufenthaltsort, das Tagesziel.

Erst einmal durch Veliko Gradiste, noch Bargeld abheben.
Der Ort ist nun wirklich nicht groß , aber ich schaffte es irgendwie, im Anschluss völlig falsch zu fahren. 🤤
Eine innere Stimme sagte mir immer, bist Du sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Und ich erhörte die Stimme irgendwann. Nein, natürlich war ich falsch. Google Maps musste her ( offline auch nur bedingt eine Hilfe).
Ok, neu orientiert. Jetzt aber.
Genau, nach geraumer Zeit stellte ich erneut fest, falsch gefahren zu sein.
Danach habe ich aber tatsächlich irgendwie den Anschluss an die Hauptroute wieder herstellen können 🤗.
Ca. 6 km extra Training. So daß ich am Ende auf 83 Tageskilometer kam. 😊

Im weitern Verlauf kam ich durch Golubac, bekannt durch seine Festungsanlage aus dem Mittelalter.
Ich suchte eigentlich ein Papiertaschentuch, um den Schweiß abzuwischen, und hielt den Schlüssel meines Zimmers von der letzten Übernachtung in der Hand🤔.
Also, erst einmal nach der Post gefragt  (nein, zurückfahren war keine Option).
Auf der Post dann erklärt, worum es mir geht, was relative gut klappte.
Die Dame von der Post war aber auch super kooperativ. Dann Schlüssel eingetütet und weg🖒.

Kurz nach dem Verlassen des Ortes dann die Festung.


Ab nun an bis zu meinem Ziel Donji Milanovac zwar fast immer Schnellstraße (zum Glück relativ gering befahren), aber immer die Donau im Blick. Seht selbst. Und in Natur wirkt es noch viel besser 😀.




Zu erwähnen sind noch die vielen Tunnel, die hinter Dobra begannen. Von 50 bis 250 m Länge, alles dabei. Ab 160 m wurde es richtig finster. Da ist man schön ängstlich ob der Belagsquslität, die man dann nicht mehr sieht. Und man kennt ja inzwischen die Straßenqualität generell.


Ein weiteres Erlebnis war die doch eigentlich sich aus 3 einzelnen miteinander verbindende, welche kurz hinter Lepinski Vir die Challenge des Tages bildete.


Ich kann nicht behaupten, dass die nach meinem Empfinden viel hinter der Hölle von Novi Sad nachsteht. Kürzer, denn bei 30 C war das auch nett😂😰.
Aber eine längere und geilere Abfahrt habe ich noch nie erlebt. Das war die Plackerei wert. 😁

Was war sonst noch? Eine Family aus Frankreich mit 3 Kleinkindern und 2 Rädern auf dem Weg. Respekt. Seit 2 Monaten radeln nun schon konstant.  Hatten vorher Winterquartier in Dubai. Waren mit dem Rad und zu dem Zeitpunkt mit noch 2 Kiddies davor in Iran, Türkei, der arabischen Halbinsel etc. unterwegs 🤔.
Ich erzählte Ihnen von dem Herren aus Toulouse. Von ihm hatten Sie schon gehört. Hatten in einem Hostel übernachtet, in dem er 2 Nächte zuvor war.
Ansonsten keine Radler gesehen. Gestern 2 Einzelradler entgegenkommend. Es bleiben einige Wenige.

Schön war auch noch der Weg zu meiner Unterkunft. Kurz und knackig.


Ach ja. Und dank Sabine's Hilfe bleibe ich nicht nur vom Sonnenbrand verschont, sondern habe jetzt auch mein Wizzair Ticket ab Bukarest für Mittwoch.

Mit dem Essen bin ich jetzt auch durch. Nun zurück zum Appartment Popovics.


Gute Nacht und schaut gerne alle wieder rein. Morgen schon der vorletzte Fahrradtag ☹.
Es geht Richtung Negotin und nach gestern die zweite Möglichkeit einer Zeltübernachtung.

Bis die Tage, Stefan.