Wieder WLAN.
8. Radreisetag, Donji Milanovac nach Negotin.
Gut ausgestattet von der Herbergsmutter mit selbst gemachten Erdbeersaft und selbst gebackenem Maisbrot mache ich mich auf die Reise. Der Radreiseführer verspricht unvergessliche Eindrücke an der engsten Stelle, dem Donaudurchbruch.
Gemütlich radel ich dahin und behalte auch (fast) immer die Orientierung. Auf der Schnellstrasse mit an einem Samstagmorgen so gut wie gar keinem Verkehr, geht es entspannt dahin. Heute sind ca. 120 km zu absolvieren, der Wetter Forecast sagt heiße Temperaturen voraus, und der Radreiseführer weist auf einige krasse Steigungen hin 😰.
Dennoch erst einmal alles ruhig. Dann deutet sich langsam der erste Aufstieg an. Ein sicheres Zeichen, wir nähern uns der engsten Stelle. Schon auf dem Weg, eine atemberaubende Landschaft.
Und es wird besser, ja es reisst nicht ab. Auch die Höhenmeter nicht.
Nachdem Decebalus Rex (eine in den Fels gehauene Statue des Drakerkönugs Decabulus) passiert wurde, geht es noch weiter hoch, und dann eine ganz wilde Abfahrt. Länger, schneller als die gestrige. Aber, ich gebe es zu, ich war auf der Bremse; hier hatte ich nicht nur Respekt, hier hatte ich ein wenig Angst. Der Straßenbelag auch mal wieder äußerst schlecht.
Die Anstiege, die Fotopausen, all das hatte Zeit gekostet. Ich musste wieder in meinen Rhytmus kommen. Ein paar km später schließe ich auf Frankfurt, jetzt Lingen, auf. Wir fahren ein paar Minuten gemeinsam, aber ich muss weiter. Es ist 12.15 Uhr und ich muss noch 80 km zurücklegen.
"Hügelig" geht es weiter😓. In Kladovo mach ich kurz Rast. Die Hälfte ist geschafft.
Steigung Abfahrt reihen sich aneinander. Ich bin froh, als ich kurz hinter Brza Palanka auf eine andere Variante des Donauradweges ausweichen kann. Zwar unbefestigt, aber vermeintlich keine große Steigung.
Nun, unbefestigt war untertrieben. Das forderte alles von Mensch und Rad. Plötzlich das unerwartete Velo 6 Schild links hoch zu müssen. Komisch, aber wenn es da steht.
Das ging gar nicht. Nach ein paar 100 m runter vom Rad und schieben. Mehr als 8 % Steigung, grobes Geröll. Oh ha. Irgendwann wieder auf der Hauptstraße. Na super. Dann machte Globetrotter sich bemerkbar. Er lässt alles ohne Jammern über sich ergehen. Wenn er Geräusche von sich gibt, hat er etwas. Aufhängung Schutzblech vorne gebrochen. Zum Glück das richtige Klebeband dabei. Getaped und Globi war zufrieden.
Erneuter Hinweis auf die unbefestigten Variante. Ich will es wissen. Also wieder runter von der Hauptstrasse.
In Mihajlovac schrecke ich die schlafende ortsansässige Hundegang auf, die kleffend hinter mir herrennt. Diese abgeschüttelt, ein Kiosk. Mein Getränkevorrat ist aufgebraucht. Die Truppe der Mittagsschicht an Dorfalkoholikern wirkt zwar nicht einladend. Aber egal. Natürlich werde ich angesprochen, auf Englisch, dann auf Deutsch. Drako, Mitte 30, hat in Stuttgart gelebt. Ich kaufe ein, verstaue die Wasserflaschen und bin wieder weg.
Mit ungefähr 3 km extra aufgrund Verfahren komme ich in Negotin an.
Ein sehr anstrengender, aber auch sehr beeindruckender Tag.
Die Unterkunft war super. Außer das nicht funktionierende WLAN.
Gesamt km 123
Zum heutigen, letzten Reisetag schreibe ich morgen.
Bis die Tage.











